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Pegel auf CLOCK-Leitung dämpfen

Pegel auf CLOCK-Leitung dämpfen

Beitragvon Telgmann » Do, 03.02.2011 15:25

Hallo,

ich habe in meinem Gerät eine CLOCK-Leitung (l=72mm) zwischen zwei ICs, die mit 27MHz taktet. Bei der EMV-Prüfung ist das Gerät durchgefallen, weil einige Oberwellen bis hin zu 600MHz zu stark abstrahlen.

Mit einer Kombination aus Ferrit und Kapazität direkt am Sender konnte ich sämtliche Oberwellen auf dieser Leitung um mindestens 10dB dämpfen (gemessen mit einer Hochimpedanzsonde direkt hinterm Filter).

Meine Frage: Kann ich davon ausgehen, dass bei einer erneuten EMV-Prüfung die Störpegel nun ebenfalls um 10dB geringer ausfallen (unter der Voraussetzung, dass dies die einzige strahlende Leitung ist)?

Gruß Stefan
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Beitragvon kirsche » Fr, 18.02.2011 13:32

Hallo,
ohne jetzt EMV-Experte zu sein und ihr System genauer zu kennen, sagt mir mein Gefühl, das Sie in der Messkammer vermutlich keinen großen Effekt sehen werden. Auf jeden Fall keine 10 dB.
Wenn die Leitung tatsächlich nur 7,2 cm lang ist dürfte die Leitung eine eher schlechte Sendeantenne für Frequenzen bis 600 MHz sein.
Haben Sie mal sowohl am Sender als auch am Empfänger über den ICs mit einer Nahfeldsonde gemessen?
Wie sieht das Stromversorgungs- und das Massekonzept aus?
Haben Sie die Spannungsversorgungspins der ICs mal mit einer Nahfeldsonde gemessen?
Um was für ICs handelt es sich? Ich hatte hier mal Clocktreiber auf dem Tisch die sich als ziemlich agressive Störer erwiesen haben und über Ferrite direkt an den Power Pins in den Griff bekommen wurden.

Es gibt da sicherlich noch zig andere Ansatzpunkte. Es stellt sich auch die Frage nach dem Koppel und Störpfad. Aber ich glaube wie schon gesagt nicht, das Sie einen Effekt in der Größenordnung 10 dB sehen werden. Abgeshen davon das sich Beobachtungen im Nahfeld nur sehr schwer aufs Fernfeld übertragen lassen. Wie weit sind Sie eigentlich in der Kammer vom Grenzwert weg?

Aber vielleicht kann Ihnen einer der Experten hier auch noch besser helfen.

Grüße und viel Erfolg!

Kirsche
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Beitragvon Telgmann » Do, 03.03.2011 17:28

Hallo Kirsche,

ja Sie hatten recht. Die 10dB Dämpfung auf der Leitung hat nicht den gewünschten Erfolg bei der EMV-Messung gebracht. Die Störungen durch die Oberwellen werden anscheinend vom Empfänger aufgenommen und weitergegeben.
Bei dem IC handelt es sich übrigens um einen MPEG-Decoder. Mit einer Nahfeldsonde kann ich die Störungen auch an den Power-Pins messen.
Spannung und Masse liegen komplett auf zwei Innenlayer.
Über Ferrite an den Power Pins habe ich auch schon nachgedacht, aber eher als letzte Möglichkeit.
Mal gucken, wo ich sonst noch was machen kann.

Gruß Stefan
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Beitragvon kirsche » Do, 10.03.2011 12:22

Hallo Stefan,

wenn Sie einen MPEG-Decoder Chip verwenden, nehme ich mal stark an, das an dem System einige Kabel hängen. Sind die Kabel geschirmt?
Wie ändern sich die Messergebnisse, wenn Sie
a) Kabel bis auf die Spannungsversorgung abziehen
b) Ferrite über die Kabel machen
c) Das Gerät in eine Blechdose stellen und nur die Kabel durch kleine Löcher nach außen führen

Sollten a und b eine deutliche Verbesserung bringen, c aber nicht dann strahlt ihr Gerät über das Kabel ab. Was mich dann zu dem Gefühl hinreißen läßt, das Ihre Massepfade und Ihr Massekonzept irgendwo ein Problem haben.
Wenn c was bringt a und b aber nichts, dann würde ich die "Sendeantenne" eher im Gerät zu suchen.

Wie weit sind eigentlich die Masselage und die Versorgungslage auseinander?
Sind eventuell zwischen den beiden Lagen noch Signallagen?
Haben die Signallagen als Nachbarlage wenigstens eine Masse- bzw. Powerlage?
Wie ist die Kotnatkierung des Kabelschirms gelöst?
Was hängt am anderen Ende des Kabels?

Beste Grüße

Christian
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